DIEP-Lappen Brustrekonstruktion
DIEP-Lappen: Brustrekonstruktion mit körpereigenem Bauchgewebe
Der DIEP-Lappen (Deep Inferior Epigastric Perforator) ist die fortschrittlichste Technik, um eine Brust aus körpereigenem Gewebe des Unterbauchs aufzubauen. Mit diesem mikrochirurgischen Eingriff entsteht eine Brust, die natürlich aussieht und sich natürlich anfühlt — ohne dass die Bauchmuskulatur geopfert werden muss. Die Rumpfkraft bleibt dadurch erhalten.
Was ist ein DIEP-Lappen?
Beim DIEP-Lappen wird überschüssiges Haut- und Fettgewebe aus dem Unterbauch verwendet — vergleichbar mit dem Gewebe, das bei einer Bauchdeckenstraffung ("Tummy Tuck") entfernt wird — um eine neue Brust aufzubauen. Anders als bei älteren Techniken muss dafür kein Bauchmuskel mit entnommen werden. Verlagert werden nur Haut, Fett und die Blutgefäße, die das Gewebe am Leben erhalten.
Diese Blutgefäße — die Perforatoren — versorgen das Bauchgewebe. Während der Operation werden sie aufgespürt, sorgfältig aus dem umliegenden Gewebe gelöst und abgetrennt. Anschließend werden sie unter dem Mikroskop wieder an Blutgefäße im Brustkorb angeschlossen. Durch diese mikrochirurgische Verbindung erhält das verlagerte Gewebe an seinem neuen Ort eine zuverlässige Blutversorgung.
Die Anatomie hinter dem DIEP-Lappen
Um zu verstehen, warum diese Technik so gut funktioniert, hilft ein kurzer Blick auf die Anatomie.
Die tiefen unteren epigastrischen Blutgefäße verlaufen vom Becken nach oben durch die geraden Bauchmuskeln — die sogenannten "Sixpack-Muskeln". Aus diesen Hauptgefäßen ziehen kleinere Äste, die Perforatoren, quer durch den Bauchmuskel hindurch bis zur darüberliegenden Haut und zum Fettgewebe. So versorgen sie den gesamten Unterbauch.
Das Gewebe zwischen Nabel und Schambein enthält in der Regel ausreichend Fett und Haut, um eine Brust aufzubauen, die in ihrer Größe der eigenen Brust entspricht. Hinzu kommt: Dieses Gewebe ähnelt Brustgewebe sehr stark — weich, geschmeidig, mit natürlichem Gewicht und natürlicher Bewegung. Damit eignet es sich hervorragend für eine Rekonstruktion.
Wie verläuft die Operation?
Der DIEP-Eingriff besteht aus mehreren Schritten, die in einer einzigen Operation durchgeführt werden.
Vorab: Bildgebung der Blutgefäße. Mit einer CT- oder MRT-Untersuchung wird im Vorfeld eine detaillierte Karte der Blutgefäße im Bauch erstellt. So lässt sich vorher bestimmen, welche Perforatoren am besten geeignet sind — das verbessert die Präzision und das Ergebnis des Eingriffs.
Den Lappen lösen. Die Operation beginnt mit einem Schnitt tief am Unterbauch, vergleichbar mit dem einer Bauchdeckenstraffung. Die ausgewählten Perforatoren werden Schritt für Schritt freigelegt und quer durch den Bauchmuskel hindurch verfolgt — ohne den Muskel selbst zu beschädigen. Anschließend wird ein sorgfältig zugeschnittener Bereich aus Haut und Fett zusammen mit den dazugehörigen Blutgefäßen entnommen.
Mikrochirurgischer Anschluss. Das verlagerte Gewebe wird an seinem neuen Ort mit Blut versorgt. Unter einem Operationsmikroskop werden die feinen Blutgefäße des Bauchlappens — oft nur 1 bis 3 Millimeter dünn — an Gefäße im Brustkorb genäht. Meist werden dafür die Gefäße hinter dem Brustbein oder die Gefäße in der Achselhöhle verwendet. Mit diesem Schritt wird der Blutfluss durch das verlagerte Gewebe wiederhergestellt.
Formung der neuen Brust. Sobald der Blutfluss steht, wird das Gewebe zu einer natürlichen Brust geformt. Dabei wird auf Symmetrie mit der anderen Brust geachtet — oder, bei einer beidseitigen Rekonstruktion, auf das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten. Dieser Teil der Operation ist der handwerklich anspruchsvollste und erfordert neben technischer Präzision auch ein ästhetisches Auge.
Verschluss des Bauches. Zum Abschluss wird der Bauch ähnlich wie bei einer Bauchdeckenstraffung verschlossen. Wo nötig, werden die Bauchmuskeln etwas gestrafft, überschüssige Haut entfernt und der Nabel an seine richtige Position zurückgesetzt. Das Ergebnis ist eine straffere Bauchkontur — ein schöner Nebeneffekt der Rekonstruktion.
Die Geschichte von Margarete (43) "Die Operation dauerte rund zehn Stunden, aber ich wachte mit zwei neuen Brüsten und einem strafferen Bauch auf. Das Operationsteam erklärte mir, wie sie die Blutgefäße meines Bauchgewebes gelöst und unter dem Mikroskop wieder mit Gefäßen in meinem Brustkorb verbunden hatten — mit winzigen Stichen. Die Präzision, mit der das geschah, hat mich am meisten beeindruckt. Dass solch winzige Gefäßverbindungen einen ganzen Gewebelappen am Leben halten können, finde ich bis heute außergewöhnlich."
Die Vorteile eines DIEP-Lappens
Der DIEP-Lappen vereint mehrere Eigenschaften, die ihn für viele Frauen — und plastische Chirurgen — zur bevorzugten Methode machen.
Erhalt der Bauchmuskulatur. Das ist der wichtigste Vorteil gegenüber älteren Techniken. Weil die Bauchmuskeln intakt bleiben, bleiben auch Rumpfkraft und Funktion erhalten. Außerdem ist das Risiko für einen Bauchwandbruch oder eine Bauchwandschwäche deutlich geringer. Auch die Erholung verläuft schneller als nach Eingriffen, bei denen Muskelgewebe geopfert wird.
Natürliches Aussehen und Gefühl. Was Optik und Tastgefühl angeht, schneidet der DIEP-Lappen konstant als eine der besten Rekonstruktionstechniken ab. Weil die Brust aus körpereigenem, lebendem Gewebe aufgebaut ist — mit Eigenschaften, die Brustgewebe sehr nahekommen — sieht, fühlt und bewegt sich die rekonstruierte Brust auffallend natürlich. Viele Frauen berichten, dass sich ihre neue Brust wirklich als Teil ihres Körpers anfühlt und nicht als Fremdkörper.
Ein dauerhaftes Ergebnis. Anders als ein Implantat muss ein DIEP-Lappen nicht nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Das verlagerte Gewebe wächst dauerhaft mit dem Körper mit. Keine Sorgen über Risse, Kapselbildung oder Austauschoperationen im späteren Leben.
Mitbewegen bei Gewichtsveränderungen. Ein DIEP-Lappen reagiert auf Gewichtsschwankungen wie der übrige Körper. Bei einer Gewichtszu- oder -abnahme verändert sich auch die rekonstruierte Brust entsprechend. Dadurch bleiben die Proportionen über die Jahre natürlich, und die Rekonstruktion ist auf Dauer kaum noch von eigenem Gewebe zu unterscheiden.
Eine straffere Bauchkontur als Nebeneffekt. Weil überschüssiges Bauchgewebe entfernt wird, entsteht — ähnlich wie bei einer Bauchdeckenstraffung — eine straffere und flachere Bauchpartie.
Besser geeignet nach Bestrahlung. Für Frauen, die bestrahlt wurden, bietet der DIEP-Lappen einen wichtigen Vorteil. Das verlagerte Gewebe bringt seine eigene gesunde Blutversorgung in das bestrahlte Gebiet mit. Damit ist das Komplikationsrisiko deutlich geringer als bei einer Rekonstruktion mit Implantat.
Die eigentliche Stärke des DIEP-Lappens liegt darin: Es handelt sich um eine lebende Rekonstruktion, die mit dem Körper mitwächst. Wenn die feinen Blutgefäße des Bauchgewebes unter dem Mikroskop mit denen im Brustkorb verbunden werden, geschieht mehr als eine bloße Gewebeverlagerung — das Gewebe wird ein dauerhafter Bestandteil des Körpers. Die rekonstruierte Brust reagiert dadurch auf hormonelle Veränderungen, Gewichtsschwankungen und das Älterwerden so, wie es eigenes Brustgewebe tun würde.
Für viele Frauen ist das nach der einschneidenden Erfahrung einer Brustamputation auch psychologisch eine große Erleichterung. Die natürliche Temperatur, Weichheit und Bewegung des Gewebes tragen dazu bei, dass die neue Brust wirklich dazugehört.
Der Erhalt der Bauchmuskelfunktion ist zudem ein wichtiger Fortschritt gegenüber früheren Techniken wie dem TRAM-Lappen, bei dem Muskelgewebe entnommen wurde — mit Bauchwandschwäche oder einem Bruch als häufiger Folge. Weil der DIEP-Lappen die Muskeln schont, bleibt die Rumpfkraft für Sport und Alltag langfristig erhalten — ohne Einschränkungen, die immer wieder an die Krankheitsgeschichte erinnern würden.
Überlegungen und Grenzen
Trotz seiner Vorteile ist der DIEP-Lappen nicht für jede Frau die richtige Wahl. Mehrere Faktoren entscheiden über die Eignung.
Ausreichend Bauchgewebe. Für eine erfolgreiche DIEP-Rekonstruktion muss genügend Fett und Haut im Unterbauch vorhanden sein. Bei einer schlanken Statur kann das zu wenig sein. Auch frühere Bauchoperationen — etwa eine Bauchdeckenstraffung, eine Fettabsaugung oder andere Eingriffe — können ein Hindernis darstellen, weil dabei die entscheidenden Perforatoren beschädigt sein können. Selbst wenn ausreichend Fett vorhanden zu sein scheint, kann eine Beschädigung dieser feinen Gefäße einen DIEP-Lappen unmöglich machen. Diese kleinen Blutgefäße sind schließlich unverzichtbar, um das verlagerte Gewebe am Leben zu erhalten.
Spezialisierte mikrochirurgische Expertise. Ein DIEP-Lappen erfordert besondere Ausbildung und Erfahrung in der Mikrochirurgie. Nicht jeder plastische Chirurg führt diesen Eingriff durch. Manchmal ist dafür der Weg in ein spezialisiertes Zentrum nötig.
Eine längere Operation und Erholungsphase. Eine einseitige DIEP-Rekonstruktion dauert in der Regel 4 bis 8 Stunden (eine beidseitige entsprechend länger). Der Krankenhausaufenthalt beträgt 4 bis 5 Tage, die vollständige Wiederaufnahme aller Aktivitäten dauert etwa 6 bis 8 Wochen.
Narben an mehreren Stellen. Es entstehen Narben sowohl am Bauch als auch an der Brust. Die Bauchnarbe verläuft von Hüfte zu Hüfte, liegt aber meist unter der Unterwäsche verborgen. Die Brustnarbe hängt vom Muster der Brustamputation ab und bleibt sichtbar — verblasst aber mit der Zeit.
Mikrochirurgische Risiken. Wie bei jedem mikrochirurgischen Eingriff besteht ein Risiko für Durchblutungsprobleme des verlagerten Gewebes. In erfahrenen Händen treten Durchblutungsprobleme in 5 bis 15 % der Fälle auf. Manchmal ist eine Notoperation nötig, in seltenen Fällen kann das Gewebe nicht erhalten werden.
Kostenübernahme. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Brustrekonstruktion nach einer Krebsbehandlung in der Regel vollständig. Bei privater Versicherung empfiehlt es sich, die individuelle Situation vorab mit der Versicherung zu besprechen.
Die Entscheidung für einen DIEP-Lappen verlangt eine sorgfältige Abwägung zwischen den Herausforderungen kurzfristig und den Vorteilen langfristig — abgestimmt auf die persönliche Situation. Die Komplexität des Eingriffs geht über den chirurgischen Aspekt hinaus: Auch der Zeitaufwand für Operation und Erholung ist erheblich. Es ist wichtig, vorab realistisch einzuschätzen, ob in den ersten Wochen mit eingeschränkter Beweglichkeit zu Hause genügend Hilfe verfügbar ist. Die Heilung findet schließlich an zwei Stellen gleichzeitig statt.
Bei Frauen mit wenig überschüssigem Bauchgewebe oder einer umfangreichen Vorgeschichte an Bauchoperationen kommen alternative Entnahmestellen — etwa am Oberschenkel oder am Gesäß — in Betracht. Dennoch empfinden viele Frauen, dass das natürliche, dauerhafte Ergebnis einer gelungenen DIEP-Rekonstruktion die anspruchsvollere Anfangsphase im Vergleich zu einer Rekonstruktion mit Implantaten mehr als wettmacht.
Die Geschichte von Renate "Nach meiner Brustamputation habe ich mehrere Rekonstruktionsoptionen abgewogen. Der DIEP-Lappen stand ernsthaft auf meiner Liste, doch letztlich entschied ich mich für eine andere Technik, als sich herausstellte, dass ich aufgrund meiner schlanken Figur vermutlich zu wenig Bauchgewebe hatte. Mein plastischer Chirurg war ehrlich bezüglich der Optionen und erklärte, dass der DIEP-Lappen zwar bei vielen Frauen wunderbare Ergebnisse bringt, eine andere Technik aber besser zu mir passen würde. Es war angenehm, mit allen Fakten auf dem Tisch eine Entscheidung treffen zu können."
Die Erholung nach einem DIEP-Lappen: Woche für Woche
Die Erholung nach einer DIEP-Rekonstruktion verläuft bei den meisten Frauen nach einem recht vorhersehbaren Muster — auch wenn das Tempo individuell unterschiedlich ist.
Krankenhausaufenthalt. Der Aufenthalt dauert in der Regel 4 bis 5 Tage. In den ersten 24 bis 48 Stunden überprüft das Pflegeteam regelmäßig — manchmal stündlich —, ob das verlagerte Gewebe gut durchblutet wird. Dabei wird auf Farbe und Temperatur des Lappens geachtet und mit einem kleinen Gerät (Doppler) der Blutfluss abgehört.
Zu Hause: Drainagen und Wundversorgung. In den ersten ein bis zwei Wochen zu Hause befinden sich Drainagen sowohl an der Brust als auch am Bauch. Bei der Entlassung erhält jede Patientin klare Anweisungen zum Entleeren und Protokollieren der Drainagen, zur Wundversorgung und dazu, welche Aktivitäten noch warten sollten.
Körperhaltung während der Erholung. In der Anfangszeit ist das Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper am angenehmsten. Vom Schlafen auf dem Bauch oder auf der rekonstruierten Brust wird in den ersten Wochen abgeraten. Der Oberkörper bleibt in der Anfangsphase zudem leicht gebeugt, um die Spannung auf der Bauchnaht zu verringern.
Stufenweiser Aufbau der Aktivität:
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Woche 1–2: deutliche Einschränkungen, nichts schwerer als 2,5 Kilo heben, Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen erforderlich
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Woche 3–4: zunehmende Selbstständigkeit, Hebebeschränkung bleibt bestehen
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Woche 5–6: Wiederaufnahme leichter Tätigkeiten und der meisten Alltagsaktivitäten
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Woche 8–12: schrittweise Rückkehr zu anspruchsvolleren Aktivitäten in Abstimmung mit dem plastischen Chirurgen
Schmerzlinderung. Schmerzen treten an zwei Stellen gleichzeitig auf. Viele Frauen berichten, dass die Bauchschmerzen anfangs unangenehmer sind als die Beschwerden an der Brust. Es wird eine passende Schmerzmedikation verordnet, die im Verlauf der Heilung schrittweise von stärkeren zu leichteren Mitteln reduziert wird.
Emotionale Erholung. Körperliche Heilung geht Hand in Hand mit emotionaler Heilung. Viele Frauen erleben eine ganze Bandbreite an Gefühlen — von Erleichterung, dass die Rekonstruktion hinter ihnen liegt, bis hin zu Frustration über die zeitlichen Einschränkungen. Realistische Erwartungen und ein gutes soziales Netz helfen, diese Phase gut zu durchstehen.
Dass die Heilung an zwei Stellen gleichzeitig stattfindet, macht sie anders als bei anderen Rekonstruktionstechniken — fordernd, aber gut zu bewältigen. In den ersten Wochen verspüren viele Frauen eine Art "Spannung" am Bauch, die nachlässt, sobald sich das Gewebe anpasst und die Wunden heilen. Diese Spannung verlangt nach Anpassungen im Alltag: etwas aus einem hohen Schrank holen, sich zum Aufheben bücken oder selbstständig aus dem Bett kommen — all das kostet anfangs mehr Mühe und Planung als gewohnt.
Der Umgang mit Drainagen mag zu Beginn beängstigend wirken, wird aber schnell zur Routine. Viele Frauen finden es hilfreich, die Drainagemenge täglich zu dokumentieren — nicht nur zur Protokollierung, sondern auch weil die sinkenden Zahlen sichtbar machen, dass die Heilung voranschreitet. Der Übergang vom Krankenhaus nach Hause ist ein wichtiger Schritt. Zu Hause steht keine Pflegekraft mehr auf Abruf zur Verfügung. Eine gute Vorbereitung und das frühzeitige Einbeziehen von Familie oder anderen Helfern machen diesen Abschnitt deutlich ruhiger.
Die Geschichte von Lena, sechs Monate nach ihrer Rekonstruktion "Die ersten zwei Wochen waren am schwersten — Drainagen, eingeschränkte Beweglichkeit und für die einfachsten Dinge auf Hilfe angewiesen zu sein. In Woche vier ging es mir schon deutlich besser, auch wenn ich noch nicht die Alte war. Nach sechs Wochen kehrte ich an meinen Schreibtischarbeitsplatz zurück, und nach drei Monaten fühlte ich mich nahezu wieder beim Alten. Jetzt, ein halbes Jahr später, treibe ich wieder regelmäßig Sport — auch angepasste Bauchübungen — und vergesse manchmal einfach, dass ich operiert wurde. Die Heilung verlangte Geduld, aber das Ergebnis macht alles mehr als wett."
Das Ergebnis auf lange Sicht
Nach vollständiger Heilung bietet eine DIEP-Rekonstruktion ein stabiles, natürlich wirkendes Ergebnis, das kaum Pflege erfordert.
Das endgültige Bild. In den ersten 6 bis 12 Monaten verändert sich die Brust noch: Die Schwellung geht zurück und das Gewebe setzt sich. Was bleibt, ist eine Brust mit natürlicher Form, natürlicher Bewegung und einer Textur, die eigenem Gewebe erstaunlich nahekommt. Am Bauch bleibt eine tief liegende horizontale Narbe sichtbar, vergleichbar mit der nach einer Bauchdeckenstraffung. Viele Frauen empfinden die straffere Bauchkontur als angenehmen Nebeneffekt.
Verändertes Gefühl. Das Gefühl in der rekonstruierten Brust unterscheidet sich stark von Person zu Person. Die meisten Frauen behalten dauerhaft ein taubes Gefühl in der Brust, manche erleben jedoch nach einigen Jahren eine begrenzte Rückkehr des Gefühls. In einigen Zentren wird heute während der DIEP-Operation zusätzlich ein Nerv angeschlossen, um die Wiederherstellung des Gefühls zu unterstützen. Dies ist ein Bereich, der sich derzeit stark weiterentwickelt.
Körperliche Funktion. Die meisten Frauen nehmen nach vollständiger Heilung alle früheren Aktivitäten wieder auf — einschließlich Sport. Weil die Bauchmuskulatur beim DIEP-Lappen erhalten bleibt, kehrt auch die Rumpfkraft meist nahezu vollständig zurück.
Brustkrebs-Nachsorge. Ein DIEP-Lappen selbst erhöht das Brustkrebsrisiko nicht. Wenn noch eigenes Brustgewebe vorhanden ist — etwa nach einer einseitigen Brustamputation — bleiben die Kontrollen nach Empfehlung der behandelnden Onkologin oder des Onkologen weiterhin wichtig.
Pflege und Nachsorge. Diese sind minimal. Anders als ein Implantat muss eine DIEP-Rekonstruktion nicht ausgetauscht werden. In manchen Fällen wird später eine kleine Korrektur vorgenommen, um die Kontur oder Symmetrie zu verfeinern. Dabei handelt es sich in der Regel um kurze ambulante Eingriffe.
Der dauerhafte Charakter einer DIEP-Rekonstruktion bringt Vorteile mit sich, die sich noch Jahre nach der Operation zeigen. Mit der vollständigen Integration des verlagerten Gewebes berichten viele Frauen, dass sich ihre rekonstruierte Brust verhält wie der übrige Körper — sie reagiert auf Temperatur, Bewegung und sogar subtile hormonelle Schwankungen ähnlich wie eigenes Brustgewebe. Das führt zu einem Effekt, den viele als "Vergessen" beschreiben: Der Unterschied zwischen rekonstruierter und eigener Brust verwischt im Alltag zunehmend.
Auch der Bauch zeigt im Lauf der Zeit häufig eine positive Entwicklung. Narbe und Kontur verbessern sich noch weit über das erste Jahr hinaus. Das liegt einerseits an der Reifung der Narbe, andererseits daran, dass die Bauchwand kräftiger wird, wenn sich die Rumpfmuskulatur an ihre neue Konfiguration anpasst. Und weil — anders als bei Implantaten — keine Folgeoperationen zur Wartung anstehen, lässt sich das Älterwerden ohne weitere Eingriffe an der Rekonstruktion erleben. Für viele Frauen bedeutet das emotional wie praktisch mehr Raum, die Krankheitsgeschichte endgültig hinter sich zu lassen.
Die Geschichte von Petra, acht Jahre nach ihrer DIEP-Rekonstruktion "Meine rekonstruierte Brust ist einfach ein Teil von mir geworden — sie fühlt sich natürlich an, bewegt sich natürlich und ist mit mir gemeinsam älter geworden. Freundinnen mit Implantaten mussten zwischenzeitlich Austausch- oder Korrekturoperationen über sich ergehen lassen, während meine Rekonstruktion überhaupt nichts gebraucht hat. Ich habe in diesen Jahren zugenommen und abgenommen, und meine rekonstruierte Brust hat sich einfach mitverändert — genau wie meine eigene. Für mein aktives Leben und meinen Wunsch nach einer wirklich dauerhaften Lösung war der DIEP-Lappen ohne Zweifel die richtige Wahl."
Häufig gestellte Fragen zum DIEP-Lappen
Wie funktioniert eine DIEP-Rekonstruktion genau? Bei einer DIEP-Rekonstruktion werden Haut und Fett aus dem Unterbauch zum Brustkorb verlagert. Unter einem Operationsmikroskop werden die Perforator-Blutgefäße dieses Gewebes an Gefäße im Brustkorb angeschlossen. Die Bauchmuskulatur bleibt vollständig intakt. Aus dem verlagerten Gewebe wird anschließend eine neue Brust geformt, und der Bauch wird wie bei einer Bauchdeckenstraffung verschlossen. Die gesamte Operation dauert 4 bis 8 Stunden und verwendet körpereigenes, lebendes Gewebe anstelle eines Implantats.
Wie lange dauert eine DIEP-Operation? Ein einseitiger DIEP-Eingriff dauert in der Regel 4 bis 8 Stunden. Eine beidseitige Rekonstruktion dauert länger, oft 8 bis 12 Stunden. Die Dauer hängt von der Komplexität der mikrochirurgischen Gefäßverbindungen und dem Aufwand der Formgebung ab.
Wie lange dauert die Erholung? Der Krankenhausaufenthalt beträgt 4 bis 5 Tage. Die meisten Frauen können nach 5 bis 6 Wochen leichte Tätigkeiten wieder aufnehmen und nach 8 bis 12 Wochen anspruchsvollere Aktivitäten. Die vollständige Heilung — bis zum endgültigen ästhetischen Ergebnis — dauert etwa 6 bis 12 Monate.
Für wen eignet sich ein DIEP-Lappen? Der DIEP-Lappen eignet sich für Frauen mit ausreichend Bauchgewebe, die keine früheren Bauchoperationen hatten, bei denen die tiefen unteren epigastrischen Gefäße beschädigt sein könnten. Geeignete Kandidatinnen befinden sich in einem guten Allgemeinzustand, rauchen nicht und sind bereit, eine längere und komplexere Operation in Kauf zu nehmen als bei einer Rekonstruktion mit Implantat.
Was ist der Unterschied zwischen einem DIEP-Lappen und einem TRAM-Lappen? Der wichtigste Unterschied liegt im Erhalt der Bauchmuskulatur. Beim TRAM-Lappen wird neben Haut und Fett auch Bauchmuskel entnommen, was die Bauchwand schwächt und das Risiko für einen Bauchwandbruch erhöht. Der DIEP-Lappen verwendet ausschließlich Haut, Fett und Blutgefäße — die Bauchmuskulatur bleibt vollständig intakt. Das Ergebnis: Erhalt der Rumpfkraft und schnellere Erholung.
Fühlt sich eine DIEP-Brust natürlich an? Ja. Der DIEP-Lappen gilt weitgehend als die Rekonstruktionsmethode mit dem natürlichsten Aussehen und Tastgefühl. Weil die Rekonstruktion aus körpereigenem, lebendem Gewebe aufgebaut ist, ist das Ergebnis weich und warm — und bewegt sich natürlich mit dem Körper.
Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, spezialisiert auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch Breast Reconstruction Explained.