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AICAP-Lappen: Brustrekonstruktion im inneren Brustbereich nach brusterhaltender Operation

Aktualisiert: 18. Mai


Liegt ein Brusttumor im inneren (medialen) Brustbereich, hinterlässt eine brusterhaltende Operation oft einen sichtbaren Defekt, der besonders schwierig zu rekonstruieren ist. Für Tumoren an der Außenseite der Brust gibt es bewährte Lösungen wie den LICAP-Lappen — für Defekte im inneren Bereich waren die rekonstruktiven Möglichkeiten dagegen lange Zeit eingeschränkt. Der AICAP-Lappen — der Anteriore Interkostalarterien-Perforator-Lappen — ändert das grundlegend: ein spezialisiertes Verfahren, das gezielt für den Wiederaufbau der inneren Brust nach einer brusterhaltenden Operation entwickelt wurde.

Was ist der AICAP-Lappen?

Der AICAP-Lappen ist ein onkoplastisches Verfahren des Volumenersatzes. Verwendet wird dabei Gewebe von der vorderen Brustwand — konkret Haut und Fett unterhalb der Brustumschlagfalte (Inframammärfalte) —, um den Hohlraum zu füllen, der nach der Tumorentfernung im inneren Brustbereich entsteht. Die Blutversorgung des Lappens erfolgt über Perforatorgefäße aus den Interkostalarterien, die zwischen den Rippen an der Vorderseite der Brustwand verlaufen.

Der AICAP-Lappen gehört zur Familie der lokalen Perforatorlappen — zusammen mit dem bekannteren LICAP-Lappen für Defekte im äußeren Brustbereich und dem TDAP-Lappen für Defekte im oberen äußeren Bereich. Während diese verwandten Techniken die seitlichen und hinteren Brustregionen abdecken, kommt der AICAP-Lappen gezielt im inneren Brustbereich zum Einsatz — also nahe dem Brustbein.

Wie läuft der Eingriff ab?

Der AICAP-Lappen wird direkt im Anschluss an die brusterhaltende Operation gesetzt — in der Regel als onkoplastischer Eingriff in einer einzigen Sitzung. Zunächst entfernt der onkologische Chirurg den Tumor mit freien Schnitträndern. Der plastische Chirurg plant anschließend den AICAP-Lappen an der vorderen Brustwand. Mit präoperativer Bildgebung wie CT-Angiographie oder Doppler-Ultraschall werden die kräftigsten Perforatorgefäße identifiziert. Der Lappen wird sorgfältig präpariert und anschließend in den Hohlraum geschwenkt — dabei bleibt er mit seiner Blutversorgung verbunden. Eine mikrochirurgische Gefäßanastomose ist nicht nötig.

Die Vorteile des AICAP-Lappens

Das Gewebe der vorderen Brustwand passt in Textur und Dicke sehr gut zum eigentlichen Brustgewebe. Weil keine wichtigen Muskeln geopfert werden, sind die Auswirkungen auf die Brustwandfunktion minimal. Der Eingriff bringt gesundes, nicht bestrahltes Gewebe in die Brust — ein wichtiger Vorteil für Frauen, die nach der Operation eine Strahlentherapie erhalten. Die Narbe an der Entnahmestelle verläuft üblicherweise direkt in der Brustumschlagfalte und ist dort gut verborgen.

Heilung — was Sie erwarten können

Die meisten Patientinnen verbringen ein bis zwei Nächte im Krankenhaus. Leichte alltägliche Aktivitäten sind nach ein bis zwei Wochen wieder möglich. Die Rückkehr in den Beruf gelingt typischerweise nach zwei bis vier Wochen. Die vollständige Heilung — inklusive Sport — dauert etwa sechs bis acht Wochen. Eine Strahlentherapie kann in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Operation planmäßig beginnen.

Für wen eignet sich der AICAP-Lappen?

Der AICAP-Lappen eignet sich besonders für Frauen mit Tumoren im inneren Brustbereich, die brusterhaltend operiert werden. Ideale Kandidatinnen sind Frauen mit kleinen bis mittelgroßen Brüsten, bei denen eine reine Gewebeumverteilung nicht genügend Volumen ersetzt — sowie Patientinnen, deren Tumorlage andere Lappenverfahren weniger geeignet macht.

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht AICAP?

AICAP steht für Anterior Intercostal Artery Perforator — die vorderen Zwischenrippenarterien-Perforatoren. Gemeint sind die Blutgefäße, die den Lappen versorgen.

Worin unterscheidet sich der AICAP-Lappen vom LICAP-Lappen?

Der LICAP-Lappen verwendet Gewebe von der seitlichen Brustwand und wird für Defekte im äußeren Brustbereich eingesetzt. Der AICAP-Lappen nutzt Gewebe von der vorderen Brustwand und ist speziell für Defekte im inneren (medialen) Bereich konzipiert.

Ist beim AICAP-Lappen Mikrochirurgie erforderlich?

Nein. Der AICAP-Lappen bleibt während des gesamten Eingriffs mit seiner Blutversorgung verbunden und wird ohne mikrochirurgische Gefäßanastomose in Position gebracht.

Kann ich nach einem AICAP-Lappen bestrahlt werden?

Ja. Die Strahlentherapie kann in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Operation planmäßig starten. Das gut durchblutete Lappengewebe verträgt die Bestrahlung üblicherweise gut.

Welche Narbe bleibt nach einem AICAP-Lappen?

Die Narbe an der Entnahmestelle verläuft in der Brustumschlagfalte und ist unter der Kleidung gut verborgen. Mit der Zeit verblasst sie spürbar.

Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt für plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Spezialisierung auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch 'Brustrekonstruktion Erklärt.'

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