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Eigenfetttransplantation (Lipofilling) bei kleinen Brustdefekten nach brusterhaltender Operation und Bestrahlung


Nach einer brusterhaltenden Operation und Strahlentherapie bemerken viele Frauen im Laufe der Zeit Veränderungen an der Form ihrer behandelten Brust. Eine kleine Delle, eine Einbuchtung oder eine subtile Asymmetrie kann entstehen, wenn die Bestrahlung das Gewebe straffer und fester macht. Obwohl diese Veränderungen meist gering sind, können sie das Selbstvertrauen und Wohlbefinden beeinträchtigen. Die Eigenfetttransplantation — auch Lipofilling oder Fat Grafting genannt — bietet eine bemerkenswert effektive und minimal-invasive Lösung zur Korrektur dieser kleinen Brustdefekte mit Ihrem eigenen Körperfett.

Was ist Eigenfetttransplantation?

Die Eigenfetttransplantation ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem Ihre eigenen Fettzellen von einer Körperstelle an eine andere übertragen werden. Im Kontext der Brustrekonstruktion nach Lumpektomie werden damit gezielt Konturunregelmäßigkeiten korrigiert — jene kleinen Vertiefungen oder Formveränderungen, die nach Krebschirurgie und Bestrahlung entstehen können. Im Gegensatz zu Implantaten oder komplexen Lappenplastiken verwendet dieses Verfahren ausschließlich Ihr eigenes Gewebe, was zu einem vollkommen natürlichen Ergebnis führt.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Eigenfetttransplantation nahezu immer als sekundärer Eingriff durchgeführt wird — niemals als primäre Rekonstruktionsmethode. Sie wird typischerweise erst nach vollständiger Abheilung und Abschluss der Bestrahlung vorgenommen, in der Regel mindestens 6 bis 12 Monate nach der letzten Behandlung.

Wie funktioniert das Verfahren?

Die Eigenfetttransplantation umfasst drei sorgfältig aufeinander abgestimmte Schritte: Zunächst werden Fettzellen schonend aus Spenderstellen wie Bauch, Oberschenkeln oder Flanken entnommen — ähnlich einer Mini-Fettabsaugung. Anschließend wird das gewonnene Fett aufbereitet, wobei gesunde Fettzellen von Flüssigkeiten und beschädigten Zellen getrennt werden. Schließlich wird das verarbeitete Fett präzise in mehreren Schichten in die betroffenen Bereiche Ihrer Brust injiziert, um Vertiefungen aufzufüllen und eine bessere Symmetrie zu erreichen.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel etwa eine Stunde pro Brust und wird ambulant durchgeführt. Die meisten Frauen gehen am selben Tag nach Hause.

Vorteile der Eigenfetttransplantation

Da das Verfahren ausschließlich Ihr eigenes Gewebe verwendet, sehen und fühlen sich die Ergebnisse vollkommen natürlich an. Darüber hinaus hat die Forschung gezeigt, dass Fettzellen Stammzellen mit regenerativen Eigenschaften enthalten, die durch Bestrahlung geschädigtes Gewebe tatsächlich verbessern können. Diese Stammzellen fördern die Bildung neuer Blutgefäße, reduzieren Fibrose und verbessern die Gewebequalität insgesamt. Viele Frauen bemerken, dass ihre Haut nach dem Lipofilling weicher und elastischer wird.

Ein zusätzlicher ästhetischer Vorteil: Die Entnahmestellen profitieren vom Fettabsaugungseffekt, und es sind nur minimale Einschnitte erforderlich, was zu nahezu unsichtbaren Narben führt.

Genesung und Erwartungen

Die Erholung nach einer Eigenfetttransplantation ist deutlich einfacher als bei den meisten anderen rekonstruktiven Eingriffen. Leichte Blutergüsse und Schwellungen klingen typischerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Die meisten Frauen nehmen leichte Aktivitäten innerhalb weniger Tage wieder auf. Typischerweise überleben 40 bis 70 Prozent der injizierten Fettzellen langfristig. Für größere Korrekturen können 2-3 Sitzungen im Abstand von 3-6 Monaten erforderlich sein.

Für wen ist Lipofilling geeignet?

Die Eigenfetttransplantation eignet sich besonders für Frauen mit kleinen bis mäßigen Konturdefekten nach brusterhaltender Operation. Ideale Kandidatinnen haben die Strahlentherapie abgeschlossen und ausreichend Heilungszeit eingehalten (mindestens sechs, idealerweise zwölf Monate). Ausreichend Spenderfett an Bauch, Oberschenkeln oder Flanken muss verfügbar sein. Kleine Verkalkungen können nach dem Eingriff auf Mammographien erscheinen — informieren Sie stets Ihren Radiologen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Lipofilling nach Bestrahlung sicher?

Ja, Lipofilling gilt als sicher und ist nach Bestrahlung besonders vorteilhaft. Die Stammzellen im transplantierten Fett haben regenerative Eigenschaften, die bestrahlungsgeschädigtes Gewebe verbessern. Der Eingriff wird idealerweise 6 bis 12 Monate nach Abschluss der Bestrahlung durchgeführt.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Für kleine Konturdefekte genügt oft eine Sitzung. Da nur 40-70% des transplantierten Fetts langfristig überlebt, profitieren manche Frauen von 2-3 Sitzungen im Abstand von 3-6 Monaten.

Beeinflusst Lipofilling die Mammographie?

Lipofilling kann gelegentlich kleine Verkalkungen erzeugen, die auf Mammographien sichtbar sind. Erfahrene Radiologen können diese in der Regel von verdächtigen Verkalkungen unterscheiden. Informieren Sie Ihren Radiologen immer über frühere Lipofilling-Eingriffe.

Wie lange halten die Ergebnisse?

Fettzellen, die erfolgreich eine Blutversorgung aufbauen, werden dauerhaft. Sie verhalten sich wie normales Fett und verändern sich mit Gewichtsschwankungen. Das Endergebnis stabilisiert sich nach etwa 3 bis 6 Monaten.

Welche Risiken hat Lipofilling?

Lipofilling ist ein risikoarmer Eingriff. Mögliche Nebenwirkungen umfassen vorübergehende Blutergüsse, Schwellungen und die Möglichkeit einer Fettnekrose. Schwere Komplikationen sind selten.

Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt fuer plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Spezialisierung auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch 'Brustrekonstruktion Erklaert.'

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