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Gewebeexpander und implantatbasierte Brustrekonstruktion: der vollständige Leitfaden

Aktualisiert: 30. Mai

Die implantatbasierte Rekonstruktion zählt zu den häufigsten Verfahren, um die Brust nach einer Mastektomie wiederaufzubauen — vor allem dann, wenn Sie sich den umfangreichen Eingriff und die längere Erholung einer Gewebetransfer-Technik ersparen möchten. Ob sofort oder zeitlich versetzt: Bei diesem Ansatz wird zunächst ein Gewebeexpander eingesetzt und später durch ein dauerhaftes Implantat ersetzt, um Form und Volumen der Brust wiederherzustellen.

Implantatbasierte Rekonstruktion: was sie ist und wann sie passt

Die implantatbasierte Rekonstruktion ist die häufigste Form der Brustrekonstruktion nach einer Mastektomie. Anstelle von Eigengewebe wird das Brustvolumen mit einem Implantat aufgebaut — meist in zwei Stufen über einen Gewebeexpander. Im Folgenden erläutern wir den Ablauf der implantatbasierten Rekonstruktion, die Eignung, die Risiken und wie sich diese Methode von der Eigengewebsrekonstruktion (z. B. DIEP-Lappen) unterscheidet.

Der zweistufige Ablauf: vom Expander zum Implantat

Der gängigste implantatbasierte Weg folgt einem sorgfältig geplanten zweistufigen Ablauf, der Ihre Brust über mehrere Monate hinweg Schritt für Schritt wieder aufbaut.

Stufe 1: Einsetzen des Gewebeexpanders

Beim ersten Eingriff wird ein vorübergehendes, in der Größe veränderbares Implantat — der Gewebeexpander — unter dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) und der verbliebenen Brusthaut platziert. Bei einer verzögerten Rekonstruktion ist die Brusthaut typischerweise bereits zusammengezogen und gestrafft, besonders wenn zuvor eine Strahlentherapie erfolgt ist.

Während dieser Operation legt der Chirurg eine Tasche unter dem Brustmuskel an, löst ihn teilweise vom Brustkorb und setzt den leeren oder leicht angefüllten Expander in diese Tasche ein. Mitunter wird zusätzlich eine azelluläre dermale Matrix (ADM) verwendet, um den unteren Bereich des Expanders besser abzudecken und zu stützen. Der Eingriff dauert in der Regel ein bis zwei Stunden, die meisten Patientinnen können noch am selben Tag oder nach einer Übernachtung nach Hause. Wunddrainagen verbleiben üblicherweise 7 bis 14 Tage.

Der Expansionsprozess

Nach der ersten Heilungsphase (üblicherweise zwei bis drei Wochen) beginnen die regelmäßigen Expansionstermine in der Praxis Ihres Chirurgen. Dabei wird die Haut über dem Expander desinfiziert, eine feine Nadel durch die Haut in den integrierten Port des Expanders eingeführt und Kochsalzlösung ergänzt, um das darüber liegende Gewebe nach und nach zu dehnen.

Die meisten Frauen beschreiben nach jeder Füllung ein Druck- oder Spannungsgefühl — der Vorgang selbst ist jedoch nur selten schmerzhaft, weil das Brustgewebe mitsamt den Nervenenden bei der Mastektomie entfernt wurde. Das Spannungsgefühl lässt meist innerhalb von ein bis zwei Tagen spürbar nach, sobald sich das Gewebe an das neue Volumen gewöhnt. Der gesamte Expansionsprozess dauert in der Regel sechs bis acht Wochen.

Der Expansionsprozess war weniger unangenehm, als ich erwartet hatte. Jede Füllung erzeugte für ein, zwei Tage Druck und Spannung — aber keinen starken Schmerz. Mit jeder Expansion habe ich mich wieder ein Stück normaler gefühlt, als meine Brust nach und nach an Volumen gewann.

Der Auffüllprozess: was konkret auf Sie zukommt

Eine der häufigsten Fragen unserer Patientinnen lautet: Wie genau läuft das Auffüllen des Gewebeexpanders eigentlich ab? Hier finden Sie einen detaillierten, praktischen Überblick — vom ersten bis zum letzten Termin.

Häufigkeit und Abstände

Nach der ersten Heilungsphase von rund zwei bis drei Wochen beginnen die regelmäßigen Auffülltermine — typischerweise im Abstand von ein bis zwei Wochen. Der genaue Rhythmus richtet sich nach Ihrer individuellen Heilung, der Elastizität Ihrer Haut und Ihrem Wohlbefinden. Bei Bedarf lassen sich die Abstände verlängern, um Spannung und Beschwerden zu reduzieren.

Wie viel wird pro Sitzung aufgefüllt?

Pro Sitzung werden in der Regel 50 bis 100 ml sterile Kochsalzlösung in den Expander injiziert. Die genaue Menge passen wir an Ihre Reaktion an: Gibt das Gewebe gut nach und fühlen Sie sich wohl, können wir größere Schritte machen — bei stärkerer Spannung oder Hautrötung wählen wir bewusst kleinere. Das Endvolumen entspricht meist der gewünschten Brustgröße plus rund 10 bis 15 Prozent Überfüllung — diese Reserve hilft später, eine natürliche Form zu erreichen, sobald das dauerhafte Implantat eingesetzt wird.

So läuft ein Auffülltermin ab

Ein typischer Termin dauert 15 bis 30 Minuten und findet ambulant statt. Mit einem kleinen magnetischen Detektor lokalisieren wir den Ventilport unter der Haut. Nach Hautdesinfektion wird die Kochsalzlösung mit einer feinen Nadel durch den Port injiziert. Die meisten Patientinnen empfinden den Einstich als kurzen, gut auszuhaltenden Druck — nicht als starken Schmerz.

Wie fühlt sich das Auffüllen an?

Direkt nach jeder Sitzung beschreiben die meisten Frauen ein spürbares Spannungs- und Druckgefühl im Brust- und oberen Rückenbereich. Es ist am ersten und zweiten Tag am stärksten und klingt dann meist innerhalb von drei bis fünf Tagen ab. Manche Patientinnen berichten auch von einem Ziehen unter dem Schlüsselbein oder zwischen den Schulterblättern — der Brustmuskel wird schließlich allmählich gedehnt. Eine Wärmflasche, ein leichtes Schmerzmittel und sanfte Dehnübungen helfen den meisten Patientinnen spürbar.

Anfangs hatte ich vor jeder Auffüllung Bedenken. Nach der zweiten Sitzung wusste ich, was mich erwartet — ein paar Tage Druckgefühl, danach wieder Alltag. Mein Chirurg hat das Tempo immer an mein Empfinden angepasst. Nach rund drei Monaten war ich beim Endvolumen angekommen.

Gesamtdauer der Expansion

Insgesamt zieht sich der Auffüllprozess in der Regel über zwei bis vier Monate — abhängig vom Zielvolumen und der Elastizität Ihrer Haut. Jüngere Patientinnen mit dehnbarer Haut benötigen oft weniger Sitzungen als Patientinnen mit narbiger oder bestrahlter Haut. Ist das Endvolumen erreicht, folgt eine Stabilisierungsphase von zwei bis drei Monaten, bevor der Expander gegen das dauerhafte Implantat ausgetauscht wird.

Alltag während der Expansionsphase

Die meisten Alltagsaktivitäten können Sie zwischen den Auffüllterminen problemlos fortsetzen. Nach jeder Sitzung empfehlen wir, 24 bis 48 Stunden auf schweres Heben zu verzichten. Sport mit aktivem Armeinsatz — Tennis, Schwimmen, Yoga — ist meist nach den ersten vier bis sechs Wochen wieder möglich. Autofahren, Bürotätigkeiten und leichte Hausarbeit gehen in der Regel schon nach ein bis zwei Tagen wieder. Wichtig: Vor jeder MRT-Untersuchung müssen Sie unbedingt angeben, dass ein Gewebeexpander mit Magnetport vorhanden ist.

Stufe 2: Austausch gegen das dauerhafte Implantat

Sobald die Expansion abgeschlossen ist und sich das Gewebe stabilisiert hat (meist ein bis drei Monate nach der letzten Auffüllung), folgt ein zweiter Eingriff, bei dem der vorübergehende Expander gegen das dauerhafte Implantat getauscht wird. Dabei wird der Expander über den bestehenden Schnitt entfernt, nötige Anpassungen an der Implantatkapsel zur Verfeinerung der Tasche vorgenommen und das endgültige Implantat positioniert. Ergänzende Korrekturen — zum Beispiel ein Lipofilling — sind im selben Eingriff möglich.

Dieser Eingriff dauert in der Regel ein bis zwei Stunden, die meisten Frauen können noch am selben Tag nach Hause. Die Erholung ist meist deutlich entspannter als nach der ersten Operation: Eine Rückkehr in den normalen Alltag ist innerhalb von zwei bis drei Wochen möglich.

Welche Optionen nach Abschluss der Expansion infrage kommen

Sobald die Expansion abgeschlossen und das Gewebe stabil ist, stehen Ihnen mehrere Wege offen: Austausch des Expanders gegen ein dauerhaftes Implantat — der häufigste Weg, mit kürzerer OP-Zeit und schnellerer Heilung. Ersatz des Expanders durch Eigengewebe statt durch ein Implantat — das kann hervorragende ästhetische Ergebnisse liefern. Eine Kombination aus Implantat und Eigengewebe ist mitunter die passendste Lösung. Oder: Entfernung des Expanders ohne Ersatz, wenn Sie sich gegen eine weiterführende Rekonstruktion entscheiden.

Gewebeexpander und Strahlentherapie

Die aktuelle Datenlage zeigt: Die Kombination aus Gewebeexpander und Strahlentherapie ist mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden. Die Komplikationsraten liegen bei 20 bis 25 Prozent — darunter ein erhöhtes Infektionsrisiko, das Freiliegen des Expanders und Kapselfibrose. Aus diesem Grund empfehlen viele chirurgische Teams bei zu erwartender Bestrahlung statt eines Gewebeexpanders entweder eine direkte Implantatrekonstruktion oder eine verzögerte Rekonstruktion nach Abschluss der Strahlentherapie.

Wird nach einer Bestrahlung dennoch der Weg über die Gewebeexpansion gewählt, läuft der Prozess in der Regel langsamer ab — mit kleineren Volumenschritten pro Termin. Häufig empfiehlt der Chirurg zusätzlich ein Lipofilling während der Expansionsphase, um die Hautqualität zu verbessern. Manchmal machen Strahlenfolgen die klassische Expansion jedoch nicht mehr möglich — dann ist ein autologes Verfahren oft die bessere Wahl.

MRT-Kompatibilität

Viele Gewebeexpander enthalten magnetische Ports, die eine MRT-Untersuchung unsicher oder gar unmöglich machen können. Das kann die diagnostische Bildgebung während der Krebsbehandlung und Nachsorge erheblich erschweren. Nicht-magnetische Gewebeexpander gibt es zwar — sie sind aber nicht in allen Kliniken Standard. Patientinnen, bei denen während der Behandlung eine MRT-Untersuchung erforderlich sein könnte, sollten diese Einschränkung vor der Expanderplatzierung mit ihrem Team besprechen.

Direkte Implantatrekonstruktion

Eine direkte sekundäre Implantatrekonstruktion bleibt zwar die Ausnahme, es gibt jedoch wertvolle Zwischenlösungen. Eine davon sind spezialisierte Kombinationsprothesen wie der Becker-Expander/-Implantat: Sie enthalten zu 25 bis 50 Prozent Silikongel und besitzen zusätzlich eine innere Kammer, die über ein Ventil und einen feinen Schlauch nahe der Achsel mit Kochsalzlösung gefüllt werden kann. Ist die gewünschte Expansion erreicht, lässt sich der Schlauch über einen kleinen Schnitt entfernen — die Prothese verbleibt als dauerhaftes Implantat. So lassen sich die Vorteile beider Welten in nur einer Operation bündeln.

Implantatoptionen: Silikon im Vergleich zu Kochsalz

Moderne Brustimplantate gibt es in verschiedenen Ausführungen, die Ihr Rekonstruktionsergebnis prägen. Silikongel-Implantate vermitteln das natürlichere Gefühl und bewegen sich natürlicher mit — neuere kohäsive ("Gummy-Bear"-)Varianten behalten ihre Form sogar, falls die Hülle einreißt. Die meisten Frauen bevorzugen Silikon, weil es weicher ist und das natürliche Brustgewebe besser nachbildet.

Kochsalzimplantate werden mit steriler Salzlösung gefüllt; auch hier besteht die äußere Hülle aus Silikon. Ein Leck ist hier leichter zu erkennen, weil die Brust spürbar kleiner wird. Einige texturierte Silikonimplantate stehen außerdem unter verstärkter Beobachtung, weil sie mit dem brustimplantatassoziierten anaplastischen großzelligen Lymphom (BIA-ALCL) in Verbindung gebracht werden. Das Gesamtrisiko bleibt zwar gering, der mutmaßliche Zusammenhang hat in mehreren Ländern jedoch zu Rückrufen und regulatorischen Einschränkungen geführt.

Heilung nach der Implantatrekonstruktion

Nach der Expanderplatzierung sollten Sie mit moderaten Beschwerden über 3 bis 7 Tage rechnen — gut beherrschbar mit den verordneten Schmerzmedikamenten. Drainagen verbleiben bis zu 14 Tage. Armbewegungen sollten für 6 Wochen eingeschränkt werden, insbesondere das Heben des Arms über Schulterhöhe. Für 6 Wochen sollten Sie außerdem den Brustmuskel nicht belasten — also weder schwere Lasten heben noch den Hund Gassi führen oder anstrengende Hausarbeit wie Staubsaugen erledigen. Leichte Arbeit ist meist nach 2 bis 3 Wochen wieder möglich, der schrittweise Wiedereinstieg in normale Aktivitäten gelingt üblicherweise innerhalb von 4 bis 6 Wochen.

Nach dem Wechsel zum dauerhaften Implantat verläuft die Erholung deutlich entspannter: Die körperliche Erholung beansprucht meist 1 bis 2 Wochen, in den normalen Alltag finden die meisten Frauen innerhalb von 2 bis 3 Wochen zurück. Das endgültige Ergebnis zeigt sich über 2 bis 3 Monate, sobald die Schwellung abgeklungen ist.

Mögliche Komplikationen und Risiken

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die implantatbasierte Rekonstruktion Risiken. Ein offenes Gespräch über mögliche Komplikationen ist Teil einer guten Vorbereitung. Die wichtigsten Risiken im Überblick:

Kapselfibrose

Die Kapselfibrose ist die häufigste langfristige Komplikation. Der Körper bildet von Natur aus eine dünne Bindegewebskapsel um jedes Implantat. In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle verdickt und verhärtet sich diese Kapsel — das kann zu einem Spannungsgefühl, einer veränderten Form und in seltenen Fällen auch zu Schmerzen führen. Bei ausgeprägter Kapselfibrose kann eine Korrekturoperation erforderlich werden. Nach einer Strahlentherapie steigt das Risiko deutlich an (bis zu 30 bis 40 Prozent).

Infektion

Eine Infektion tritt in etwa 2 bis 5 Prozent der Fälle auf, meist innerhalb der ersten Wochen nach der Operation. Frühe Warnzeichen sind Rötung, zunehmende Schmerzen, ein Hitzegefühl oder Fieber. Bei jedem Verdacht ist die umgehende Vorstellung in der Praxis wichtig. Bei einer schweren Infektion kann es nötig sein, den Expander oder das Implantat vorübergehend zu entfernen.

Hautprobleme und Wundheilungsstörungen

Bei zu schneller Auffüllung oder einer sehr dünnen Hautdecke kann es zu Hautrötung, einer Wunddehiszenz oder im ungünstigsten Fall zu einer Hautnekrose kommen. Aus diesem Grund passen wir das Auffülltempo individuell an. Frauen, die rauchen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen — ein Rauchstopp vor der Operation verbessert die Ergebnisse erheblich.

Implantatruptur

Moderne Implantate sind sehr robust, halten aber nicht ein Leben lang. Im Mittel kommt es bei etwa 1 Prozent der Implantate pro Jahr zu einer Ruptur. Bei Kochsalzimplantaten ist eine Ruptur sofort sichtbar, weil die Brust spürbar kleiner wird. Bei Silikonimplantaten sind alle paar Jahre eine MRT- oder Ultraschallkontrolle empfehlenswert.

Implantatassoziiertes Lymphom (BIA-ALCL)

BIA-ALCL ist eine sehr seltene Lymphomform, die mit texturierten Implantaten in Verbindung gebracht wird. Aufgrund dieses Risikos werden in vielen Ländern — unter anderem in Deutschland — heute überwiegend glattwandige Implantate verwendet. Sprechen Sie mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen ausführlich über die für Sie passende Implantatwahl.

Ist die implantatbasierte Rekonstruktion das Richtige für Sie?

Die Entscheidung zwischen implantatbasierter und autologer (gewebebasierter) Rekonstruktion hängt von Ihrer klinischen Ausgangssituation, Ihren persönlichen Vorlieben, Ihrem Lebensstil und Ihren Prioritäten ab — etwa was Erholungszeit, Narbenbildung und langfristige Ergebnisse betrifft. Die implantatbasierte Rekonstruktion punktet mit kürzerer OP-Zeit und einer schnelleren ersten Erholung, vermeidet zusätzliche Narben an Spenderstellen und passt gut zu Frauen, die einen überschaubareren chirurgischen Weg bevorzugen. Implantate können jedoch spätere Austauschoperationen erforderlich machen — und Ergebnisse nach einer Strahlentherapie sind weniger vorhersagbar.

Häufig gestellte Fragen zu Gewebeexpander und Implantatrekonstruktion

Wie lange dauert der Gewebeexpander-Prozess?

Insgesamt sollten Sie mit etwa 4 bis 6 Monaten rechnen. Nach der ersten Operation finden alle 1 bis 2 Wochen Auffülltermine mit Kochsalzlösung statt. Ist die Expansion abgeschlossen, wird der Expander nach 1 bis 3 Monaten gegen ein dauerhaftes Implantat ausgetauscht.

Ist die Gewebeexpander-Platzierung schmerzhaft?

Die meisten Patientinnen erleben moderate Beschwerden — vor allem Spannung und Druck. Der Auffüllvorgang selbst ist nur selten schmerzhaft, weil die Nervenenden bei der Mastektomie entfernt wurden. Das Spannungsgefühl klingt üblicherweise innerhalb von 1 bis 2 Tagen wieder ab.

Wie lange halten Brustimplantate?

Moderne Brustimplantate sind langlebig — ein lebenslanges Implantat sind sie aber nicht. Ein Austausch sollte je nach Implantattyp und Komplikationen wie etwa einer Kapselfibrose nach 10 bis 20 Jahren in Betracht gezogen werden.

Kann ich nach einer Bestrahlung eine Implantatrekonstruktion bekommen?

Eine Bestrahlung kann die Implantatrekonstruktion erschweren — die Komplikationsraten liegen dann bei 20 bis 25 Prozent. Viele Chirurgen empfehlen für bessere Ergebnisse nach einer Strahlentherapie eine autologe Rekonstruktion, etwa einen DIEP-Lappen. Besprechen Sie Ihre individuelle Situation am besten ausführlich mit Ihrem chirurgischen Team.

Worin unterscheiden sich Silikon- und Kochsalzimplantate?

Silikongel-Implantate fühlen sich natürlicher an und sind die beliebteste Wahl. Kochsalzimplantate sind mit steriler Salzlösung gefüllt — ein Leck ist hier leichter zu erkennen, weil die Brust spürbar kleiner wird. Kohäsive Silikon-Implantate ("Gummy Bear") behalten ihre Form sogar dann, wenn die Hülle einreißt.

Wie oft muss ein Gewebeexpander aufgefüllt werden?

In der Regel finden alle 1 bis 2 Wochen Auffülltermine statt, jeweils mit 50 bis 100 ml steriler Kochsalzlösung. Die Gesamtzahl der Sitzungen liegt typischerweise zwischen 4 und 8 — abhängig vom Zielvolumen und Ihrer Hautelastizität.

Welche Komplikationen sind beim Gewebeexpander möglich?

Die häufigsten Komplikationen sind Kapselfibrose (10 bis 15 Prozent), Infektionen (2 bis 5 Prozent), Wundheilungsstörungen und in seltenen Fällen eine Implantatruptur. Nach einer Strahlentherapie steigt das Risiko für eine Kapselfibrose deutlich — auf bis zu 30 bis 40 Prozent. Eine ausführliche präoperative Beratung hilft Ihnen, Ihre individuellen Risiken realistisch einzuordnen.

Kann ich mit einem Gewebeexpander Sport treiben?

Leichte Aktivitäten wie Spazierengehen sind meist schon nach wenigen Tagen wieder möglich. Sport mit aktivem Armeinsatz — Schwimmen, Tennis, Yoga, Krafttraining für den Oberkörper — sollte für etwa 4 bis 6 Wochen pausieren. Nach jedem Auffülltermin empfehlen wir 24 bis 48 Stunden Schonung. Während der gesamten Expansionsphase sollten Sie außerdem Stoßbelastungen wie Reiten oder intensive Kontaktsportarten meiden.

Wie verläuft die Heilung nach dem Implantatwechsel?

Der Wechsel vom Expander zum dauerhaften Implantat ist ein deutlich kleinerer Eingriff als die Erstoperation. Die meisten Frauen können noch am selben Tag wieder nach Hause. Moderate Beschwerden bestehen für 3 bis 5 Tage, leichte Bürotätigkeit ist nach 1 bis 2 Wochen wieder möglich, körperlich anstrengende Arbeit nach etwa 4 Wochen. Das endgültige ästhetische Ergebnis stabilisiert sich über 3 bis 6 Monate, in denen sich Implantat und Gewebe in ihre endgültige Position einfinden.

Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt für plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Spezialisierung auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch 'Brustrekonstruktion Erklärt.' Auf breastreconstructionsurgeon.com finden Sie außerdem unseren kostenlosen E-Learning-Kurs.

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