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Wie eine Strahlentherapie Ihre Optionen für die Brustrekonstruktion beeinflusst

Aktualisiert: 18. Mai

Die Strahlentherapie (Bestrahlung) ist einer der wichtigsten Punkte, die das Ergebnis einer Brustrekonstruktion beeinflussen. Egal ob Sie die Rekonstruktion vor, während oder nach der Bestrahlung planen: Es hilft sehr, zu verstehen, wie die Bestrahlung auf das Gewebe wirkt. So können Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam gute Entscheidungen treffen. Dieser Beitrag erklärt einfach, was die Bestrahlung im Brustgewebe bewirkt und wie das Ihre Möglichkeiten für die Rekonstruktion beeinflusst.

Wie wirkt die Bestrahlung auf das Brustgewebe?

Die Bestrahlung richtet sich gegen Krebszellen. Im behandelten Bereich trifft sie aber auch gesundes Gewebe. Die Wirkung läuft in mehreren Phasen ab, die sich über die Zeit entwickeln. Deshalb verändern sich Aussehen und Beschaffenheit der Brust auch noch lange nach dem Ende der Behandlung.

Während der Behandlung kommt es zu Rötung, Schwellung und empfindlicher Haut. In den Monaten danach wird das Gewebe nach und nach fester und weniger dehnbar (Fibrose, also eine Verhärtung). Über Jahre kann das Gewebe weiter schrumpfen und dicker werden, und die kleinen Blutgefäße können sich verändern.

Typische Veränderungen durch die Bestrahlung sind: dickere und dunklere Haut, festeres Brustgewebe (Fibrose), weniger Volumen durch Schrumpfung, ein Zusammenziehen und Festerwerden an der Operationsstelle und Schäden an den kleinen Blutgefäßen. Diese Gefäßschäden machen es dem Gewebe schwerer, nach späteren Operationen gut zu heilen. Wichtig zu wissen: Die Bestrahlung wirkt nicht nur auf das Brustgewebe, sondern auch auf das Gewebe drumherum – die Brustwand und manchmal sogar die Rippen darunter.

Auswirkungen auf die Rekonstruktion mit Implantat

Auf die implantatbasierte Rekonstruktion hat die Bestrahlung einen besonders deutlichen Einfluss. Eine häufige Folge ist die Kapselfibrose: Das ist eine Verhärtung des Narbengewebes, das sich um jedes Implantat bildet. Bei bestrahlten Implantaten passiert das bei etwa 40 bis 50 von 100 Frauen, ohne Bestrahlung nur bei etwa 10 bis 15 von 100. Das Risiko ist also viel höher. Deshalb ist eine besonders sorgfältige Planung wichtig, wenn eine Bestrahlung vorgesehen ist.

Ein Platzhalter zum Dehnen der Haut (Gewebeexpander) zusammen mit einer Bestrahlung bringt ein Risiko von etwa 25 von 100 für ernste Probleme mit sich – zum Beispiel das Aufgehen der Wunde, Infektionen oder ein Freiliegen des Platzhalters. Die bestrahlte Haut ist weniger dehnbar und reagiert schlecht auf das langsame Dehnen. Deshalb raten viele Behandlungsteams heute von einem Platzhalter ab, wenn eine Bestrahlung absehbar ist. Möglich sind dann stattdessen: gleich ein endgültiges Implantat einsetzen oder mit der Rekonstruktion ganz bis nach der Bestrahlung warten.

Noch ein Punkt: Viele Platzhalter enthalten kleine Magnete und können deshalb eine Untersuchung im Kernspintomografen (MRT) stören. Das kann die Bildgebung während der Krebsbehandlung und in der Nachsorge erschweren. Es gibt zwar Platzhalter ohne Magnete, aber nicht jede Klinik hat sie.

Wenn ein Platzhalter schon eingesetzt war, bevor klar wurde, dass eine Bestrahlung nötig ist, füllen Chirurgen ihn oft schnell noch vor dem Start der Bestrahlung auf. Das schafft bessere Ausgangsbedingungen und senkt einige Risiken. Trotzdem kann die Bestrahlung das endgültige Aussehen negativ beeinflussen.

Auswirkungen auf die Rekonstruktion mit Eigengewebe

Lebendiges Gewebe aus dem eigenen Körper – aus einer anderen Körperstelle verpflanzt – verträgt die Bestrahlung meist besser als ein Implantat. Ganz ohne Folgen bleibt aber auch dieses Gewebe nicht. Möglich sind Schrumpfung, eine Verhärtung (Fibrose) und das Absterben von Fettgewebe (Fettnekrose), das feste Knoten in der neuen Brust bilden kann.

Deshalb warten viele spezialisierte Zentren heute lieber: Sie planen die Rekonstruktion mit Eigengewebe erst 6 bis 12 Monate nach dem Ende der Bestrahlung. So hat das Gewebe Zeit, sich zu beruhigen, und die Folgen der Bestrahlung sind vollständig sichtbar, bevor operiert wird. Wird mit Eigengewebe nach einer Bestrahlung geplant, nimmt der Chirurg oft etwas mehr Gewebe, um die zu erwartende Schrumpfung auszugleichen. Außerdem plant er zusätzliche Sitzungen mit eigenem Fett (Lipofilling) ein, um Unebenheiten auszugleichen.

Eine besondere Situation betrifft Frauen, die in einer schon bestrahlten Brust erneut Brustkrebs bekommen. Manche Kliniken wählen dann bewusst einen Latissimus-dorsi-Lappen (Gewebe vom Rücken) direkt während der Brustamputation. So kommt gesundes, nicht bestrahltes Gewebe in den vorgeschädigten Bereich. Das kann die Wundheilung im bestrahlten Gebiet deutlich verbessern.

Der richtige Zeitpunkt: vor oder nach der Bestrahlung?

Wann die Rekonstruktion im Verhältnis zur Bestrahlung stattfindet, ist eine der wichtigsten Entscheidungen in Ihrem Behandlungsplan. Die meisten Chirurgen empfehlen, nach dem Ende der Bestrahlung mindestens 6 bis 12 Monate zu warten, bevor weiter rekonstruiert wird. Diese Pause lässt das Gewebe zur Ruhe kommen – und der Chirurg bekommt das klarste Bild der Ausgangslage.

Eine sofortige Rekonstruktion vor der Bestrahlung ist in manchen Fällen möglich. Sie erfordert aber eine enge Abstimmung zwischen dem Krebschirurgen, dem plastischen Chirurgen und dem Strahlentherapeuten. Wenn eine Bestrahlung geplant ist, empfiehlt das Team – vor allem bei Methoden mit Implantat – oft den sichereren Weg: erst später zu rekonstruieren.

Einen Mittelweg gibt es auch. Er heißt verzögert-sofortige Rekonstruktion und ist zum Beispiel in den Niederlanden üblich. Dabei wird zuerst nur der Tumor entfernt und die Wunde verschlossen. Zeigt die Untersuchung im Labor, dass die Ränder frei von Krebs sind, folgt die Rekonstruktion innerhalb von etwa zwei Wochen. Nach der vollständigen Heilung kann die Bestrahlung dann zügig beginnen.

Welche Methoden nach einer Bestrahlung am besten funktionieren

Vergleicht man die Methoden bei Frauen, die früher bestrahlt wurden, liefert die Rekonstruktion mit Eigengewebe meist die besseren Ergebnisse. Lebendiges Gewebe aus dem eigenen Körper passt sich natürlicher an die bestrahlte Umgebung an und verändert sich vorhersehbarer. Ein DIEP-Lappen (Gewebe vom Bauch), ein Latissimus-dorsi-Lappen (Gewebe vom Rücken) und andere Gewebeverpflanzungen bringen frisches, nicht bestrahltes Gewebe mit eigener Blutversorgung an die Brustwand.

Eine Rekonstruktion mit Implantat ist auch nach einer Bestrahlung möglich. Frauen sollten aber wissen, dass das Risiko für Probleme – vor allem die Kapselfibrose (Verhärtung um das Implantat) – deutlich höher ist. Manche Frauen wählen zuerst ein Implantat und wechseln später zu Eigengewebe, wenn es ihre Lebenssituation zulässt.

Lipofilling (Einbringen von eigenem Fett) hat bei der Rekonstruktion nach einer Bestrahlung einen wertvollen ergänzenden Nutzen. Es verbessert die Haut im bestrahlten Bereich, gleicht Dellen aus und schafft zusätzliches Volumen. Viele Chirurgen planen mehrere Sitzungen mit eigenem Fett als festen Teil der Behandlung nach einer Bestrahlung ein.

Folgen der Bestrahlung nach einer brusterhaltenden Operation

Frauen, die eine brusterhaltende Operation (Lumpektomie, also die Entfernung nur des Tumors) mit anschließender Bestrahlung hatten, haben eigene Herausforderungen. Direkt nach der Operation ist der Verlust an Gewebe oft klein. Über Monate und Jahre kann die behandelte Brust durch die Bestrahlung aber spürbar kleiner und fester werden, mit sichtbaren Einziehungen und einer veränderten Form.

Bei einer veränderten Form nach einer brusterhaltenden Operation gibt es mehrere Möglichkeiten: eigenes Fett einbringen (Lipofilling), um Volumen und Hautqualität zu verbessern; Gewebe vor Ort umverteilen; und in bestimmten Fällen eine teilweise Rekonstruktion mit Gewebe aus der Nähe, zum Beispiel mit einem LICAP-Lappen (Gewebe von der seitlichen Brustwand). Manchmal ist es der einfachste Weg zu mehr Symmetrie, die andere Brust zu verkleinern, wenn die Bestrahlung auf der behandelten Seite viel Volumen gekostet hat.

Bestrahlung und onkoplastische Chirurgie

Bei der onkoplastischen Chirurgie werden die Entfernung des Krebses und die Formung der Brust in einer Operation verbunden. Das kann sogar die Verteilung der Strahlen verbessern, weil das Gewebe gleichmäßiger angeordnet wird. Vor dem Umverteilen markiert der Chirurg die ursprüngliche Stelle des Tumors mit kleinen Clips. So kann der Strahlentherapeut genau diesen Bereich behandeln. Wichtig zu wissen: Die späten Folgen der Bestrahlung können das anfangs gute Ergebnis verändern. Deshalb kann später ein zweiter Eingriff wie eine Fetteinbringung (Lipofilling) nötig sein.

Fragen, die Sie Ihrem Behandlungsteam stellen sollten

Wenn die Bestrahlung Teil Ihres Behandlungsplans ist, besprechen Sie diese Punkte mit Ihrem Team: In welcher Reihenfolge werden Bestrahlung und Rekonstruktion in meinem Fall empfohlen? Welche Methode passt angesichts der geplanten Bestrahlung am besten zu mir? Wie lange sollte ich nach der Bestrahlung warten, bevor weiter rekonstruiert wird? Mit welchen Risiken muss ich bei einem Implantat im Vergleich zu Eigengewebe nach einer Bestrahlung rechnen? Kann ich während der Bestrahlung selbst etwas tun, um das spätere Ergebnis zu unterstützen?

Häufig gestellte Fragen zu Bestrahlung und Brustrekonstruktion

Wie beeinflusst die Bestrahlung eine Rekonstruktion mit Implantaten?

Eine Bestrahlung erhöht die Kapselfibrose (Verhärtung des Narbengewebes um das Implantat) stark – auf etwa 40 bis 50 von 100 Frauen, während es ohne Bestrahlung nur 10 bis 15 von 100 sind. Ein Platzhalter (Gewebeexpander) trägt im bestrahlten Gewebe ein Risiko von etwa 25 von 100 für ernste Probleme. Viele Behandlungsteams empfehlen bei einer Bestrahlung deshalb andere Methoden.

Welche Methode eignet sich nach einer Bestrahlung am besten?

Die Rekonstruktion mit Eigengewebe (zum Beispiel DIEP-Lappen oder Latissimus-dorsi-Lappen vom Rücken) liefert nach einer Bestrahlung meist bessere Ergebnisse als ein Implantat. Lebendiges Gewebe aus dem eigenen Körper passt sich besser an die bestrahlte Umgebung an und bringt eine frische, nicht bestrahlte Blutversorgung an die Brustwand.

Wie lange sollte ich nach der Bestrahlung mit der Rekonstruktion warten?

Die meisten Chirurgen empfehlen, mindestens 6 bis 12 Monate nach dem Ende der Bestrahlung zu warten. In dieser Zeit beruhigt sich das Gewebe und die Folgen der Bestrahlung sind voll sichtbar – der Chirurg arbeitet dann mit einem klaren Bild der Ausgangslage.

Was ist eine Kapselfibrose?

Kapselfibrose bedeutet eine starke Verhärtung des Narbengewebes rund um ein Brustimplantat. Sie kann Schmerzen, eine veränderte Form und ein deutliches Unwohlsein verursachen. Eine Bestrahlung schädigt das umliegende Gewebe und verstärkt die Reizung. Deshalb ist die Rate im bestrahlten Gewebe drei- bis viermal höher als ohne Bestrahlung.

Kann eigenes Fett (Lipofilling) nach einer Bestrahlung helfen?

Ja – das Einbringen von eigenem Fett (Lipofilling) hat nach einer Bestrahlung einen wertvollen Nutzen. Es kann die Haut im bestrahlten Bereich verbessern, Dellen ausgleichen und zusätzliches Volumen schaffen. Viele Chirurgen planen deshalb mehrere Sitzungen als festen Teil der Behandlung ein.

Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt für plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Spezialisierung auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch 'Brustrekonstruktion Erklärt.' Weitere Informationen zu allen Möglichkeiten der Rekonstruktion und ihrem Zusammenspiel mit der Bestrahlung finden Sie auf breastreconstructionsurgeon.com.

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