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Brustaufbau mit Eigenfett nach Mastektomie: kompletter Wiederaufbau ohne Implantat

1. Apr.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Ein Brustaufbau mit Eigenfett baut die Brust nach einer Brustentfernung (Mastektomie) nur aus Ihrem eigenen Fett wieder auf, ohne Implantat und ohne große Lappenoperation. Das Fett wird am Bauch oder an den Oberschenkeln abgesaugt und in mehreren Sitzungen in die Brust gespritzt. Meist sind drei bis fünf Sitzungen über ein bis zwei Jahre nötig. Das Verfahren eignet sich für sorgfältig ausgewählte Frauen mit genügend Spenderfett.

Eigenfetttransplantation für die vollständige Brustrekonstruktion: Ihre Brust mit eigenem Fett aufbauen

Standbild aus der Animation: Schritt für Schritt entsteht die Brust aus eigenem Fett.

Video: So läuft der komplette Brustaufbau mit Eigenfett ab.

In diesem Artikel

Was ist ein kompletter Brustaufbau mit Eigenfett?

Beim kompletten Brustaufbau mit Eigenfett (Eigenfetttransplantation, Lipofilling) werden Ihre eigenen Fettzellen genutzt, um nach einer Mastektomie die ganze Brust neu zu formen. Das Fett wird mit einer Fettabsaugung (Liposuktion) am Bauch, an den Oberschenkeln oder an den Flanken gewonnen. Danach wird es gereinigt und in die Brustregion gespritzt.

Lange wurde Lipofilling nur genutzt, um Konturen nach einer anderen Rekonstruktion zu verfeinern. Heute lässt sich damit bei geeigneten Frauen eine Brust auch ganz aufbauen. Das geschieht schrittweise: In jeder Sitzung kommt etwas Volumen dazu, bis Form und Größe stimmen. Das Ergebnis besteht nur aus eigenem Gewebe und altert natürlich mit.

Für wen eignet sich der Brustaufbau mit Eigenfett?

Der Brustaufbau mit Eigenfett ist nicht für jede Frau die beste Wahl. Gute Voraussetzungen sind:

  • Eine hautschonende oder brustwarzenschonende Mastektomie: Dann ist noch ein Hautmantel da, der gefüllt werden kann.

  • Genügend Spenderfett am Bauch, an den Oberschenkeln oder an den Flanken. Sehr schlanke Frauen kommen oft nicht in Frage.

  • Der Wunsch nach einer Rekonstruktion ohne Implantat und ohne große Narben.

  • Geduld und Zeit: Der Aufbau dauert ein bis zwei Jahre mit mehreren Sitzungen.

  • Bereitschaft, bei Bedarf ein Vorexpansionsgerät zu tragen.

Auch nach einer Bestrahlung ist ein Aufbau mit Eigenfett oft möglich. Das Fett kann bestrahltes Gewebe sogar weicher machen. Ihr Behandlungsteam beurteilt, ob Ihre Haut dafür geeignet ist.

Ablauf: Entnahme, Aufbereitung, Einbringen

Jede Sitzung besteht aus drei Schritten. Sie dauert etwa eine Stunde pro Brust. Sie gehen am selben Tag wieder nach Hause.

  • Entnahme: Mit dünnen Kanülen und sanftem Sog wird Fett am Bauch, an den Oberschenkeln, an den Flanken oder am Gesäß abgesaugt. Der Sog ist geringer als bei einer normalen Fettabsaugung. So bleiben die Fettzellen möglichst unversehrt.

  • Aufbereitung: Das Fett wird durch Zentrifugieren, Spülen oder Filtern gereinigt. Gesunde Fettzellen werden von Flüssigkeit und beschädigten Zellen getrennt.

  • Einbringen: Das gereinigte Fett wird in kleinen Mengen, in vielen dünnen Schichten, in die Brustregion gespritzt. So liegt jede Fettzelle nah an einer Blutversorgung und kann anwachsen.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Die meisten Frauen brauchen drei bis fünf Sitzungen. Zwischen den Sitzungen liegen drei bis sechs Monate. Der gesamte Aufbau dauert deshalb meist ein bis zwei Jahre.

Wie viele Sitzungen es werden, hängt von der gewünschten Brustgröße, von der Reaktion des Gewebes und vom verfügbaren Spenderfett ab. Nach jeder Sitzung sehen Sie das Zwischenergebnis. Dann entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Chirurgen, ob ein weiterer Schritt sinnvoll ist.

Vorexpansion mit BRAVA oder EVE

Damit mehr Fett anwächst, setzen viele Chirurgen vor jeder Sitzung ein äußeres Vorexpansionsgerät ein, zum Beispiel das BRAVA-System oder die neuere Variante EVE. Das Gerät wird wie eine große Kuppel über der Brust getragen. Es erzeugt einen kontrollierten Unterdruck.

Die meisten Protokolle arbeiten mit alternierenden Druckstufen, üblicherweise −60 mmHg und −20 mmHg, zwei Wochen vor der Operation, gefolgt von −20 mmHg für zwei Wochen danach. Das Gerät wird etwa zehn Stunden am Tag getragen. Der Zug auf das Gewebe steigert die Durchblutung, fördert neue Blutgefäße und schafft Platz für das Fett. Das braucht Disziplin, kann aber den Anteil des anwachsenden Fetts spürbar verbessern.

Ergebnis: Wie sieht die Brust aus?

Die aufgebaute Brust besteht nur aus Ihrem eigenen Fett. Sie sieht natürlich aus, fühlt sich weich an und verändert sich mit Ihrem Körper, etwa bei Gewichtsschwankungen. Implantatprobleme wie eine Kapselfibrose oder ein späterer Implantatwechsel entfallen. Alle Muskeln bleiben erhalten, und die Narben sind winzig.

Ein Teil des eingebrachten Fetts wird vom Körper abgebaut. Üblicherweise bleiben 40 bis 70 Prozent der transplantierten Fettzellen dauerhaft erhalten, der Rest wird resorbiert. Deshalb erfolgt der Aufbau schrittweise. Das Ergebnis jeder Sitzung zeigt sich nach etwa drei bis sechs Monaten. Ein Nebeneffekt: An den Entnahmestellen wird die Kontur schlanker.

Heilung nach jeder Sitzung

Die Heilung nach jeder Sitzung ist deutlich leichter als nach einer großen Lappenoperation. An den Entnahmestellen treten Blutergüsse, Schwellungen und ein Druckgefühl auf, ähnlich wie nach einer Fettabsaugung. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von ein bis drei Wochen ab. Kompressionskleidung unterstützt die Heilung.

Die meisten Frauen sind nach wenigen Tagen wieder zu leichten Tätigkeiten in der Lage. Der normale Alltag ist meist innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder möglich. Die Brust selbst ist nach dem Einbringen einige Zeit geschwollen und fester. Das legt sich, während das Fett anwächst.

Grenzen und Risiken

Der Brustaufbau mit Eigenfett gilt als sicher und schonend. Trotzdem sollten Sie die Grenzen kennen:

  • Mehrere Eingriffe: Drei bis fünf Sitzungen über ein bis zwei Jahre bedeuten mehrere Narkosen und Heilungsphasen.

  • Begrenztes Volumen: Pro Sitzung kann nur eine bestimmte Menge Fett anwachsen. Eine sehr große Brust ist mit Eigenfett allein schwer zu erreichen.

  • Fettverlust: Ein Teil des Fetts wird abgebaut. Das Ergebnis kann sich anfangs kleiner anfühlen als erwartet.

  • Entnahmestellen: Bei schlanken Frauen können leichte Konturveränderungen sichtbar bleiben.

  • Ölzysten und Verkalkungen: Selten bilden sich in der Brust kleine Fettzysten oder Verkalkungen. Sie sind meist harmlos, sollten aber bei der Mammographie bekannt sein.

  • Vorexpansion: Das Tragen des Geräts über viele Stunden am Tag erfordert Engagement.

Alternativen und Kombinationen

Eigenfett lässt sich mit anderen Methoden kombinieren. Beim sogenannten Hybridansatz wird zuerst ein Gewebeexpander gesetzt. Sein Volumen wird dann schrittweise durch Eigenfett ersetzt, bis der Expander entfernt werden kann. Auch nach einer Rekonstruktion mit Implantat oder mit einem DIEP-Lappen wird Lipofilling oft genutzt, um Konturen zu verfeinern.

Wenn Sie in einer Operation eine ganze Brust wünschen, sind ein DIEP-Lappen oder ein Implantat mögliche Alternativen. Welche Methode zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Körper, Ihrer Behandlung und Ihren Wünschen ab. Lassen Sie sich alle Wege erklären.

Lipofilling bei kleinen Brustdefekten

Viel häufiger wird Eigenfett für kleinere Korrekturen genutzt: eine Delle nach brusterhaltender Operation, ein Übergang nach einer Rekonstruktion oder verhärtetes Gewebe nach Bestrahlung. Dafür reicht oft eine einzige Sitzung. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Eigenfetttransplantation (Lipofilling) der Brust nach Brustkrebs.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Brustaufbau mit Eigenfett nach Mastektomie möglich?

Ja, bei geeigneten Frauen kann die ganze Brust nur aus eigenem Fett aufgebaut werden. Voraussetzungen sind ein erhaltener Hautmantel, genügend Spenderfett und Geduld für mehrere Sitzungen. Ihr Chirurg prüft, ob Sie dafür in Frage kommen.

Wie viele Sitzungen sind für den Brustaufbau mit Eigenfett nötig?

Die meisten Frauen brauchen drei bis fünf Sitzungen im Abstand von drei bis sechs Monaten. Der gesamte Prozess dauert meist ein bis zwei Jahre. Nach jeder Sitzung sehen Sie das Zwischenergebnis.

Wie viel Fett bleibt nach jeder Sitzung erhalten?

Typischerweise bleiben 40 bis 70 Prozent der transplantierten Fettzellen dauerhaft erhalten. Das übrige Fett wird auf natürliche Weise abgebaut. Vorexpansionsgeräte wie BRAVA können den Anteil des anwachsenden Fetts verbessern.

Ist der Brustaufbau mit Eigenfett nach Brustkrebs sicher?

Die aktuelle Forschungslage unterstützt die Sicherheit der Eigenfetttransplantation nach einer Krebsbehandlung. Das transplantierte Fett erhöht das Rückfallrisiko nicht. Nach Bestrahlung kann Eigenfett das Gewebe sogar weicher machen. Die regelmäßige Nachsorge bleibt wichtig.

Was ist das BRAVA-System, und ist es zwingend nötig?

BRAVA (und die neuere Variante EVE) ist ein äußeres Gerät, das mit Unterdruck das Brustgewebe auf die Fetttransplantation vorbereitet. Es wird vor und nach jeder Sitzung etwa zwei Wochen lang rund zehn Stunden täglich getragen. Nicht jeder Chirurg setzt es ein. Fragen Sie, ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Für wen ist der Brustaufbau mit Eigenfett nicht geeignet?

Sehr schlanke Frauen haben oft zu wenig Spenderfett. Auch wenn kein Hautmantel mehr da ist oder eine sehr große Brust gewünscht wird, ist Eigenfett allein meist nicht die beste Wahl. Dann sind ein DIEP-Lappen, ein Implantat oder eine Kombination mögliche Alternativen.

Lässt sich Eigenfett mit Expander oder Implantat kombinieren?

Ja. Beim Hybridansatz wird zuerst ein Gewebeexpander gesetzt und sein Volumen schrittweise durch Eigenfett ersetzt, bis der Expander entfernt werden kann. Auch nach einer Implantat- oder Lappenrekonstruktion wird Lipofilling oft genutzt, um die Kontur zu verfeinern.

Fragen an Ihre Chirurgin oder Ihren Chirurgen

  • Komme ich für einen kompletten Brustaufbau mit Eigenfett in Frage?

  • Wie viele Sitzungen und wie viel Zeit erwarten Sie in meinem Fall?

  • Arbeiten Sie mit einem Vorexpansionsgerät wie BRAVA, und was bedeutet das für mich?

  • Welche Brustgröße ist mit meinem Spenderfett realistisch?

  • Was sind die Alternativen, wenn das Fett nicht gut anwächst?

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Quellen und weiterführende Informationen

Medizinisch geprüft von Dr. Mahyar Foumani am 31.07.2026. Redaktionell aktualisiert am 11.09.2026.

Verfasst von Dr. Mahyar Foumani, Facharzt für plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Spezialisierung auf Brustrekonstruktion. Basierend auf dem Buch 'Brustrekonstruktion verständlich erklärt.'

Dieser Artikel dient der Aufklärung und ist kein ärztlicher Rat

Dieser Artikel erklärt mit einfachen Worten, wie eine Brustrekonstruktion abläuft. Er soll Ihnen helfen zu verstehen, was möglich ist, damit Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine gute Entscheidung treffen können. Er ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.

Jede Situation ist anders. Was für Sie am besten ist, hängt von Ihrem Körper, Ihrer Erkrankung, Ihrer Behandlung und Ihren eigenen Wünschen ab. Folgen Sie deshalb immer dem Rat Ihres eigenen Behandlungsteams. Haben Sie Beschwerden oder sind Sie unsicher? Dann wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hausarztpraxis. Im Notfall wählen Sie die Notrufnummer Ihres Landes (in Deutschland und Österreich die 112, in der Schweiz die 144).

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