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Spätere Brustrekonstruktion: Wann ein Wiederaufbau nach Mastektomie möglich ist

8. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Sept.

Illustratives Foto einer Frau, die Informationen am Laptop liest und Notizen vorbereitet.

Bei einer späteren Brustrekonstruktion, auch sekundäre Rekonstruktion genannt, beginnt der Wiederaufbau erst nach einer früheren Brustentfernung (Mastektomie). Dazwischen können Wochen, Monate oder Jahre liegen. Wann ein Aufbau möglich und sinnvoll ist, hängt von der Krebsbehandlung, der Heilung, Ihrem Gewebe, dem geplanten Verfahren und Ihren Wünschen ab.


Warum entscheiden sich Frauen für einen späteren Wiederaufbau?


Manche Frauen möchten zunächst die Krebsoperation und die wichtigsten akuten Behandlungsabschnitte bewältigen. Andere brauchen nach der Diagnose mehr Zeit, um ihre Möglichkeiten kennenzulernen. Auch eine geplante Strahlentherapie oder medizinische Gründe können dafür sprechen, den Aufbau später zu planen.


Dieser zeitliche Abstand kann Entscheidungen entlasten. Er bedeutet aber nicht automatisch, dass die spätere Operation einfacher oder risikoärmer ist. Narben, eine veränderte Haut und die Folgen einer Bestrahlung können besondere Anforderungen an die Rekonstruktion stellen.


Muss jede Krebsbehandlung bereits beendet sein?


Nein. Ein späterer Wiederaufbau lässt sich unter Umständen planen, während eine antihormonelle oder eine andere systemische Therapie weiterläuft. Ob und wann das in Ihrer Situation möglich ist, stimmen Onkologie, Brustchirurgie und plastische Chirurgie gemeinsam mit Ihnen ab. Medikamente und Behandlungspausen dürfen dabei nicht eigenständig geändert werden.


Eine starre Wartefrist gilt nicht für alle Frauen. Nach einer Bestrahlung beurteilt Ihr Team unter anderem die Heilung, die Gewebebeschaffenheit und den weiteren Behandlungsplan. Das Gewebe kann sich auch langfristig verändern; ein endgültig unveränderlicher Zustand lässt sich nicht einfach voraussetzen.


Was wird vor der Operation untersucht?


Bei der Beratung werden Hautmenge, Narben, Durchblutung, Dehnbarkeit und Brustwand beurteilt. Hinzu kommen Ihr allgemeiner Gesundheitszustand, frühere Operationen und mögliche Entnahmestellen für Eigengewebe. Teilen Sie mit, welches Ergebnis Ihnen wichtig ist und wie viel operative Belastung Sie auf sich nehmen möchten.


Auch die praktische Vorbereitung gehört dazu: Unterstützung zu Hause, berufliche Belastung, mögliche Folgeeingriffe und die Zeit für die Erholung. Fragen zur Kostenübernahme sollten anhand des konkreten Verfahrens und Ihrer Versicherung geklärt werden; eine pauschale Zusage für jedes Land oder jede Behandlung ist nicht möglich.


Welche Rekonstruktionsverfahren kommen infrage?


Je nach Ausgangssituation sind Verfahren mit einem Implantat oder mit körpereigenem Gewebe möglich. Reicht die vorhandene Hauthülle für ein Implantat nicht aus, kann ein Gewebeexpander als Vorbereitung erforderlich sein. In geeigneten Fällen ist auch eine direkte Implantateinlage ohne vorherigen Expander möglich.


Ein Eigengewebsverfahren, etwa ein DIEP-Lappen, bringt Gewebe aus einer anderen Körperregion an die Brust. Dabei werden die Situation der Brustwand und die zusätzliche Entnahmestelle gemeinsam betrachtet. Welche Verfahren nach einer Bestrahlung geeignet sind, muss individuell beurteilt werden.


Häufige Fragen


Kann ich mich auch Jahre nach der Mastektomie noch beraten lassen?

Ja. Auch nach längerer Zeit kann eine Beratung sinnvoll sein. Ob ein Wiederaufbau dann möglich ist und welches Verfahren passt, ergibt sich aus Ihrer aktuellen Situation.


Ist eine spätere Rekonstruktion grundsätzlich besser als eine Sofortrekonstruktion?

Nein. Beide Zeitpunkte haben mögliche Vorteile und Belastungen. Der spätere Aufbau ist eine eigenständige Option, keine allgemeine Empfehlung für jede Frau.


Verpflichte ich mich mit einer Beratung zu einer Operation?

Nein. Sie können sich informieren und anschließend entscheiden. Auch der Verzicht auf eine Rekonstruktion bleibt eine berechtigte Wahl.


Video: Spätere Brustrekonstruktion mit Implantat

Dieser Film erläutert eine implantatbasierte Möglichkeit der späteren, sekundären Brustrekonstruktion. Das ist eine von mehreren Optionen; auch Eigengewebe kann infrage kommen. Gewebequalität, Bestrahlung und persönliche Ziele beeinflussen die Auswahl.

Quellen und weiterführende Informationen

Buchgrundlage: Dr. Mahyar Foumani, Brustrekonstruktion verständlich erklärt, Teil III, Kapitel 4 und Glossar.


Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam.

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Redaktionell aktualisiert am 08.09.2026.


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